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| Autor: | Andre23 [ 15.08.2007, 13:55 ] |
| Betreff des Beitrags: | Bertrand Russell und Fanatismus |
Für Spydi, zufällig und irgendwie passend gefunden Bertrand Russel in der "New York Times" vom 16.12.1951 Titel in der Zeitung: "Die beste Antwort auf Fanatiker: Liberalismus" Edit: Ich nehme das jetzt mal unter dem Licht meines letzten Posts (ganz unten) auseinander: - Fühle dich keiner Sache völlig gewiss. -Wunderbare Manipulationstechnik: Das Ausschalten innerer Glaubensgrundsätze(z.B. den Common Sense)durch die Einführung einer Wissenschaftlichen Doktrin. Gewissheit KANN nur durch sog. "wissenschaftliche Fakten" entstehen. Innere Wahrheit und inneres Erleben wird mehr oder weniger gegenstandslos - es zählt nur noch die empirische Verifikation.Kein Wunder das soviele Trottel durch die Gegend laufen die nur noch glauben was schwarz auf weiss geschrieben steht bzw. von unseren Authoritäten als "wahr" bestätigt wird. - Trachte nicht danach, Fakten zu verheimlichen, denn eines Tages kommen die Fakten bestimmt ans Licht. -Fakten werden nicht näher definiert (oder wenn dann nur basierend auf Russels erstes "Gebot",was im Umkehrschluss bedeutet, dass man sich Fakten so zurechtbiegen kann wie zur es Ingangsetzung bestimmter Prozesse notwendig erscheint.Die Wissenschaft machts möglich: Hurra! - Versuche niemals, jemanden am selbständigen Denken zu hindern; es könnte dir gelingen. -Was natürlich nur für die Masse der zu Beherschenden gilt, die sorgen von ganz allein dafür, sich selbständiges Denken gegenseitig abzusprechen - genial ! - Wenn dir jemand widerspricht, und sei es dein Ehegatte oder dein Kind, bemühe dich, ihm mit Argumenten zu begegnen und nicht mit Autorität, denn ein Sieg durch Autorität ist unrealistisch und illusionär. -Ideologien wie der Nationalsozialismus haben eindeutig das Gegenteil bewiesen auf der inneren Ebene menschlicher Beeinflussung sogar bis heute. Die wahre Illusion ist, dass man diese Ideologien nicht entfernt sondern lediglich gegen effizientere, subtilere Herrschaftsformen ersetzt hat (nachdem man mit dem WWII gut verdient und praktischerweise eine ganz neue Welt-und Wirtschaftsordnung herstellen konnte) Nach wie vor bestehen alle Staats- und Gesellschaftsformen auf der Autorität einiger weniger über die zu beherrschenden Mehr- bzw. Minderheiten. - Habe keinen Respekt vor der Autorität anderer, denn es gibt in jedem Falle auch Autoritäten, die gegenteiliger Ansicht sind. -Klingt gut, aber wozu überhaupt Autoritäten ? Elitär faschistoider Denkansatz. - Unterdrücke nie mit Gewalt Überzeugungen, die du für verderblich hältst, sonst unterdrücken diese Überzeugungen dich. -Nun angesichts subtiler Machtausübung und Massenverdummung durch Massenmedien, Massenbewegungen, Massenkonsum, Massenausbeutung die niemand bemerkt und die wir sogar selbst finanzieren etc. hat das ja auch ganz hervorragend geklappt - Fürchte dich nicht davor, exzentrische Meinungen zu vertreten; jede heute gängige Meinung war einmal exzentrisch. -D.H. das jede Meinung, jedes Weltbild so abstrus, pervers oder idiotisch es auch sei kann zur Meinung aller gemacht werden- die komplette Pervertierung des "Freien Willens". - Freue dich mehr über intelligenten Widerspruch als über passive Zustimmung; denn wenn die Intelligenz so viel wert ist, wie sie dir wert sein sollte, dann liegt im Widerspruch eine tiefere Zustimmung. -Wie sich das in der Realität ausnimmt kann man in jedem einschlägigen Forum nachprüfen : Spaltung, Dissenz, Uneinigkeit, Flaming, Bashing, Beleidigung, Lächerlich machen, Herstellung von Gruppendominanz, Aussitzen, üble Nachrede etc. pp - ich bin begeistert Berti - Halte dich an die Wahrheit auch dann, wenn sie nicht ins Konzept passt; denn es passt noch viel weniger ins Konzept, wenn du versuchst, sie zu verbergen. -Wahrheit ist Wahrheit,von welchem Konzept redet der Mann, wenn nicht vom Konzept Wahrheit zu unterdrücken ? - Neide denen nicht das Glück, die in einem Narrenparadies leben; denn nur ein Narr kann das für ein Glück halten. -Auch hier die Herstellung von Wertigkeiten, Unterschieden, Differenzen, Intoleranz und Arroganz die nur eines erzeugen sollen : Abgrenzung und die Herrschaft des vermeintlich Höherwertigen gegenüber dem vermeintlich Minderwertigen. Besser sollte das Ganze in "10 Leitsätze zur erfolgreichen Verbereitung der Soziopathie" umbenannt werden. Und Schwachköpfe wie Russell werden auch noch zu kulturellen Leitfiguren stilisiert - OMG! Paradoxerweise sagt Russell sogar die Wahrheit: Dies sind alles Maxime nach denen unsere sogenannte freie westliche Welt heute funktioniert: Herzliches Beileid ! |
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| Autor: | Anzeige [ 15.08.2007, 13:55 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
| Autor: | elegolo [ 15.08.2007, 14:52 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Ein wohlüberlegtes rational gegründetes Regelwerk - primär nichts dagegen, so etwas aufzustellen. Leider fehlt mir hier die emotionale Komponente. Wenn ich nicht auch mal Gewissheit fühlen kann (nennt man auch Glaube/n), sei sie nun trügerisch oder nicht, ohne sofort und immer alles in Zweifel zu ziehen - bleibe ich dann nicht auf der Strecke (stehen)? Irgendwie muss ich mich doch entscheiden für irgendeinen persönlichen Weg und wohl auch immer ein gutes Stück Glaube oder (vermeintliche) Hoffnung daran hängen - oder muss ich nicht Und was die Unterdrückung von Überzeugungen angeht: Wenn diese Überzeugungen dazu führen, dass ein ganzes Volk sich einem Wahnsinn wie im Dritten Reich dem Nationalsozialismus hin gibt, so wäre die dogmatische Libralität in solch einem Fall doch ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Gruß, elegolo |
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| Autor: | Spyder [ 15.08.2007, 17:25 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
elegolo hat geschrieben: Und was die Unterdrückung von Überzeugungen angeht: Wenn diese Überzeugungen dazu führen, dass ein ganzes Volk sich einem Wahnsinn wie im Dritten Reich dem Nationalsozialismus hin gibt, so wäre die dogmatische Libralität in solch einem Fall doch ernsthaft in Zweifel zu ziehen.
So einfach ist das nicht, wie ich finde. In Deutschland kann man geradezu von Glück reden, dass die Nazis damals so weit gekommen sind und so viel Gewalt und Verderben verbreiten konnten bis sie besiegt wurden. In anderen Ländern wo die Rechten sich nie "ausleben" konnten haben diese oft mehr Anhänger und Einfluss. Man schaue nur mal rüber nach Frankreich. Ich glaube der springende Punkt an Russel's Aussage ist, das man sie nicht mit Gewalt unterdrücken sollte, sondern möglichst "rational" und argumentativ. Das das in der Realität nicht immer möglich ist, liegt vielleicht genau daran, dass sich zu viele Menschen eben nicht an diesen "Grundsatz" halten und allgemein auch sonst ihr Denken von andern übernehmen lassen. |
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| Autor: | Andre23 [ 15.08.2007, 18:52 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Ich habe den Titel mal abgeändert, den ich copy&paste mässig einfach so aus einem Forentext übernommen hatte: "ZEHN GEBOTE GEGEN FANATIMUS" ! Irgendwie kontraproduktiv..... Interessant in dem Zusammenhang, dass heutzutage wieder jede Menge Feldzüge GEGEN irgendetwas unternommen werden. Ich, zum Beispiel, bin für Vanillieeis für alle |
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| Autor: | aki [ 16.08.2007, 11:14 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
Gibts da nicht auch was von Rationpharm? [center] [/center]
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| Autor: | Spyder [ 16.08.2007, 13:21 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
| Autor: | Andre23 [ 16.08.2007, 14:22 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
LOL |
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| Autor: | elegolo [ 16.08.2007, 16:39 ] |
| Betreff des Beitrags: | |
GUT LUTSCH! Oder sind das gar keine Lutschtabletten? Macht auch nix! Freut euch! elegolo |
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| Autor: | Andre23 [ 19.03.2008, 02:19 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Zitat: Lord Bertrand Russell, einer der wichtigsten Betreiber der geistigen Manipulation der breiten Bevölkerung, nahm kein Blatt vor den Mund. In seinem 1951 erschienenen Buch Der Einfluß der Wissenschaft auf die Gesellschaft schrieb er: „Physiologie und Psychologie legen den Grund für wissenschaftliche Methoden, die noch auf ihre Entwicklung warten. Zwei große Männer, Pawlow und Freud, haben die Grundlagen geschaffen. Die Auffassung, es gebe irgendeinen wesentlichen Konflikt zwischen den beiden, lasse ich nicht gelten — aber welche Struktur man auf ihren Grundlagen aufbauen wird, ist noch zweifelhaft. Meiner Meinung nach wird die Massenpsychologie von überragender Politischer Bedeutung sein ... Ihre Bedeutung ist durch den Fortschritt der modernen Propagandamethoden erheblich gewachsen. Von diesen ist das, was man ,Erziehung’ nennt, das einflußreichste. Die Religion spielt eine Rolle, wenn auch eine abnehmende; die Presse, das Kino, und das Radio spielen eine wachsende Rolle ... Es ist zu hoffen, daß in einiger Zeit jeder jeden von allem überzeugen kann, wenn er sich den Patienten im jungen Alter greifen kann und vom Staat Geld und Ausrüstung erhält.“ Weiter heißt es dort: „In dieser Frage wird man große Fortschritte machen, wenn sie von Wissenschaftlern in einer wissenschaftlichen Diktatur aufgegriffen wird... Die Sozialpsychologen der Zukunft werden über Schulklassen verfügen, an denen sie verschiedene Methoden ausprobieren, um die unverrückbare Überzeugung zu verankern, der Schnee sei schwarz. Man wird bald bei verschiedenen Erkenntnissen anlangen. Erstens, daß der Einfluß des Elternhauses hinderlich ist. Zweitens, daß man wenig erreichen kann, wenn die Indoktrination nicht vor dem zehnten Lebensjahr einsetzt. Drittens, daß in Musik gesetzte Verse, die oft wiederholt werden, sehr wirksam sind. Viertens, daß man die Meinung, der Schnee sei weiß, als morbiden Ausdruck einer exzentrischen Weltsicht hinstellen muß. Aber ich greife vorweg. Es bleibt den zukünftigen Wissenschaftlern vorbehalten, diese Maximen zu präzisieren und zu entdecken, wieviel genau es pro Kopf kostet, Kinder glauben zu machen, daß Schnee schwarz sei, und wie viel weniger es kostet, sie glauben zu machen, er sei dunkelgrau.“ … „Diese Wissenschaft wird zwar eifrig erforscht werden, sie wird aber strikt auf die regierende Klasse beschränkt sein. Der allgemeinen Bevölkerung wird es nicht erlaubt sein zu wissen, wie ihre Überzeugungen erzeugt wurden. Wenn die Technik perfektioniert wurde, wird jede Regierung, die eine Generation lang für die Erziehung verantwortlich ist, in der Lage sein, ihre Untertanen sicher zu kontrollieren, ohne daß dazu Armeen oder Polizisten nötig sind.“ … Russell hatte sich zu dem Zeitpunkt bereits jahrzehntelang mit dem Gedanken einer wissenschaftlichen Diktatur auseinandergesetzt. In seinem Buch The Scientific Outlook aus dem Jahr 1931 widmete er dem Thema „Erziehung in einer wissenschaftlichen Gesellschaft“ ein ganzes Kapitel der unterschiedlichen Erziehung „gewöhnlicher Menschen“ und Kindern der "künftigen Herrenschicht“: „Von den gewöhnlichen Menschen wird man erwarten, daß sie fügsam, fleißig, pünktlich, geistig weniger interessiert und zufrieden sind. Von diesen Eigenschaften wird die Zufriedenheit wahrscheinlich als die wichtigste gelten. Um sie hervorzurufen, wird man sämtliche Forschungen der Psychoanalyse, des Behaviorismus und der Biochemie heranziehen.“ Für die Kinder, die auserwählt sind, der wissenschaftlichen Herrenschicht anzugehören, sollte die Erziehung ganz anders aussehen: „Mit der einen Ausnahme der Loyalität gegenüber dem Weltstaat und ihrer eigenen Ordnung wird man die Mitglieder der herrschenden Klasse ermutigen, abenteuerlustig zu sein und viel Initiative zu zeigen. Man wird erkennen, daß es ihre Aufgabe ist, die wissenschaftlichen Methoden zu verbessern und die untergeordneten Arbeiter mit dem Mittel immer wieder neuer Vergnügungen zufriedenzustellen.“ Allerdings fügt Russell an dieser Stelle einen starken Vorbehalt hinzu: „In den seltenen Fällen, in denen ein Junge oder Mädchen nach dem Zeitpunkt, an dem normalerweise der gesellschaftliche Status festgelegt wird, so merkliche Fähigkeiten aufweist, daß das Kind intellektuell mit den Herrschern gleichsteht, wird eine schwierige Situation entstehen, die ernsthafte Überlegung erfordert. Wenn der betreffende Jugendliche bereit ist, mit seinen früheren Gefährten zu brechen und sich von ganzem Herzen mit den Herrschenden zusammenzutun, könnte man ihn nach angemessenen Tests befördern, aber wenn er bedauerlicherweise irgendeine Solidarität mit seinen früheren Gefährten zeigt, werden die Herrschenden widerstrebend zu dem Schluß kommen, daß man mit ihm nicht anders verfahren kann, als ihn in die Todeskammer zu schicken, bevor seine undisziplinierte Intelligenz Zeit hatte, Revolten zu schüren. Dies wird für die Herrschenden eine schmerzliche Pflicht sein, aber ich denke, sie werden sich ihr nicht entziehen.“ DAS spiegelt Russels wahre Meinung wieder! Er hat damit vor über einem Jahrhundert die geistige Grundlage der heutigen, bereits überall sichtbaren gesellschaftlichen Verkommenheit gelegt. Russell ist der wahre Fanatiker hier, auch wenn er sich den Anstrich des Liberalismus gibt. Der Liberalismus ist ohnehin nicht das, was man darüber in der Schule oder auf ARTE „lernt“. Der Liberalismus ist ein philosophisches Konstrukt, dass freie Entfaltung für jedermann propagiert, in Wirklichkeit sollen aber damit die breiten Massen in die Dekadenz hinabgeführt werden, um sie leichter beherrschen zu können. Tja, die Kommentatorin hat leider recht, Russell gehört ebenfalls zu jenen Eliteboys, die eine Art wissenschaftlichen Faschismus gekreuzt mit eugenischem Gedankengut koppeln. Genau die Art von Leuten die uns heutzutage vorsätzlich ins Chaos steuern und ihre Hirnwäsche als (Neo-) Liberalismus tarnen. Namen sind eben doch nur Schall und Rauch. Seisdrum- Irren ist menschlich , sry Huxley wird übrigens ähnliches Gedankengut nachgesagt.... |
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| Autor: | aki [ 20.03.2008, 19:09 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Hier in Deutschlad habe wir das mit der Erziehung in einer wissenschaftlichen Gesellschaft ja prima hinbekommen. Haupt, Real, Gymnasium. |
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| Autor: | Spyder [ 24.03.2008, 03:26 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Na so einfach isses nich, die meisten Gymnasiasten sind heute so dumm wie Hauptschüler vor 20 Jahren noch nicht, das weiß ich aus eigener Erfahrung Überhaupt bin ich mir nicht sicher ob es tatsächlich so eine herrschende Klasse gibt |
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| Autor: | elegolo [ 28.03.2008, 19:34 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Eigentlich will ich mich nicht über Russel streiten, aber dass diese seine Schwarzmalerei von ihm als solche und als Warnung gemeint war, erscheint mir offensichtlich und die Schlussfolgerung der zitierten Frau zunächst mal unverständlich - aber vielleicht bin ich einfach zu dumm dazu, zu verstehen, was sie meint. Und auch, was andré mit seinen Gegenworten am Anfang meinte. Soll man denn das kritische Denken einstellen? Soll man so intolerant sein wie möglich? Natürlich ist das alles Elitedenken, kritisches Denken ist immer Elitedenken, denn dazu raffen sich nur wenige auf! Die sind aber nicht "Die Herrschenden" - oder doch? Ich verstehe diesen gesamten Angriff auf Russel nicht. Weil er "Autoritäten" antizipiert ist er schon ein Faschist? Eh, ich blick's nich! Ansonsten meine auch ich, dass es keine Herrschenden im Sinne von konkreten Personen gibt, sondern dass wir vielmehr in eine von sich verselbständigenden Strukturen beherrschte Gesellschaft rutschen. Diese Strukturen mögen in den Neigungen des Menschen begründet sein, nutzen seine Schwächen jedoch schamlos aus und drängen die gesamte menschliche Gesellschaft in eine immer absurdere und im Wesen den Menschen verachtende Form, wobei sich das "menschenverachtend" auf das menschliche Individuum im Sinne der Menschenrechte bezieht, das aber vielleicht ohnehin nur in unseren Wünschen und Vorstellungen wirklich existiert, weil wir uns einbilden, eigenständige Individuen zu sein. Das Problem dabei ist jedoch, dass diese beherrschenden Strukturen, so leer sie an sich sein mögen, von den Menschen gestützt und immer weiter auf- und ausgebaut werden, und weil absurder Weise genau die menschlichen Exemplare, welche die asozialsten und amoralischsten Wesenszüge aufweisen, die besten Chancen, z.B. im Management, erhalten. Hierzu passen auch sehr gut der Begriff Liberalismus in seiner negativsten Ausprägung, um den Bogen zu Russel wieder zu schließen. Da ich im Freundeskreis sehr viel mit Lehrer/innen an Gymnasien zu tun habe, weiß ich, dass es hier (unter anderen) engagierte und kritische Menschen gibt, die sich sehr bemühen, unserem Nachwuchs nicht nur Faktenwissen, sondern vor allem auch Kritikfähigkeit und Eigenständigkeit zumindest im Denken beizubringen. Leider wird durch die massive Übermacht der anderen Einflüsse, der Medien, diesen unablässigen, zumeist verdummenden Angeboten von allen Seiten und der scheinbaren Freiheit der Auswahl, die Einflussmöglichkeit von Schule (und Eltern) immer geringer. Vielleicht werden heute auch einfach die falschen Dinge oder es wird zumindest in einer nicht angepassten Weise gelehrt. Verteufelt bitte also also nicht immer so pauschal. |
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| Autor: | elegolo [ 28.03.2008, 20:48 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: |
Hallo Spyder, ich wollte deine Anmerkungen von ziemlich am Anfang nciht unwiedersprochen lassen. Spyder hat geschrieben: elegolo hat geschrieben: Und was die Unterdrückung von Überzeugungen angeht: Wenn diese Überzeugungen dazu führen, dass ein ganzes Volk sich einem Wahnsinn wie im Dritten Reich dem Nationalsozialismus hin gibt, so wäre die dogmatische Libralität in solch einem Fall doch ernsthaft in Zweifel zu ziehen. So einfach ist das nicht, wie ich finde. In Deutschland kann man geradezu von Glück reden, dass die Nazis damals so weit gekommen sind und so viel Gewalt und Verderben verbreiten konnten bis sie besiegt wurden. In anderen Ländern wo die Rechten sich nie "ausleben" konnten haben diese oft mehr Anhänger und Einfluss. Man schaue nur mal rüber nach Frankreich. ... Das ist eine verdammt naive Sichtweise und klingt auch irgendwie ein wenig zynisch - was wäre, wenn die (erklärten) Nazis weltweit erfolgreich gewesen wären? Die Nazis sind auch bei uns definitiv schon wieder überall, agieren systematisch im Untergrund und versuchen auch schon wieder ganz offen, sich zu zeigen und ihre irrationalen Machtfantasien an die Öffentlichkeit zu tragen. Juden hier in meiner Stadt werden z.B. seit vielen Jahren mit konstantem Telefonterror belegt. Vor unserem Theater hat die NPD vor kurzem eine Demonstration anlässlich der Märzrevolution von 1848 veranstaltet mit dem Ziel, diese revolutionäre Bewegung in ihrem Sinne umzudeuten. Und ich wohne nicht in einem sozialen Brennpunkt sondern in einer ruhigen Kleinstadt mit einer bunt gemischten Parteienlandschaft! Sie sind schon wieder überall, lügen und betrügen (andere und sich selbst) wie eh und je - hier sind wieder Brandstifter und Wahnsinnige am Werk. Da ist mir der Russelsche Liberalismus dann doch lieber und hierbei von Faschismus zu reden, lieber andré, ist für mich genau so daneben wie wenn die NPD sich als Nachfolgeorganisation der Märzrevolution von 1848 hervorstellt. In Wirklichkeit aber übt sie vor allem durch ihre offene Präsenz Druck gegen das hiesige Theater aus, ein Stück abzusetzen, das den Nazionalsozialismus in kritischer Weise thematisiert. Und auch hier wurde nicht nur offen bedroht. Nichts haben wir gelernt! |
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| Autor: | Andre23 [ 28.03.2008, 21:42 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Das ist Deine Perspektive Elegolo - ich habe eine andere eingenommen. Aus dieser Perspektive habe ich die zehn Leid-Sätze betrachtet und interpretiert. Das läuft doch gemeinhin unter Meinungsfreiheit, denke ich ?. Ich habe nicht agitiert sondern argumentiert. Und schon garnicht verteufelt. Nur scharf formuliert. Das Zitat , dass ich zum Anlass genommen habe,die zehn Aussagen "auseinander zu nehmen" ist eine gute Zusammenfassung dessen was mir vornehmlich als geistiger Hintergrund von Russells Thesen bekannt ist. Und darin geht es um den Aufbau einer elitären Gesellschaftsform in sozialdarwinistischer Manier- the fittest survives - und der gezielten Selektion um die "Spreu vom Weizen" zu trennen wie es so schön euphemistisch umschrieben steht- in eine wissenschaftliche Terminologie verpackt und mit der passenden Ideologie - heute Kapitalismus - vertrieben (wortwörtlich). Es weckt dich mit Frühstücksfernsehen, schickt dir die passende SMS wenn du zum kacken aufs Klo gehst, selektiert deine Wahrnehmung präzise auf den Wahrnehmungsausschnitt den du "dein Leben" nennst in dem es die richtigen Nachrichten für dich ausssucht usw. Die Nationalsozialisten, Faschisten, Real-Kommunisten etc. haben von jenen Thesen regen Gebrauch gemacht - es war sozusagen der Exportschlager des beginnenden 20Jh - und es ist doch bis zu einem gewissen Grad recht anschaulich weiterentwickelt, worden oder ? KZs, Stasi - echt effizient. Auch ein guter Trick um von der subtilen Unterwanderung unserer westl.Gesellschaften abzulenken - der Böse, ach der sitzt da drüben........ja genau da , wird doch direkt angestrahlt ! Mann bin ich froh zu den Guten zu gehören..... Das hat System.Propaganda muss nicht durch Lautsprecher gebrüllt und auf pathetischen Bildern von Helden der Arbeit mit schwenkenden Fahnen weitergetragen werden. Manipulation nicht gleich in folternde Gehirnwäsche umschlagen. 10 Leitsätze reichen Wir haben es ja gottseidank schon hinter uns..damals 33/45 und so. Und das schleichende Chaos hat sich verselbstständigend eingeschlichen - the Ghost in the Machine - sozusagen. Pech, was soll man machen ? Wir sind zu viele, zu dumm, zu asozial, zu wenig gebildet, unsere Chefs sind z.T. sogar dümmer als wir und deren Chefs zu borniert um die Probleme zu sehen...wow und ein paar Araber fliegen mit ein paar Teppichmessern bewaffnet Präzisionsmanöver und rütteln die Welt zum bestmöglichen Zeitpunkt aus dem Friedenskoma...alles Inkompetenz...lol. Ich für meinen Teil habe aufgehört mir weiterhin so einen Unsinn einhämmern zu lassen- solange es noch geht Aber du darfst natürlich weiterhin das glauben was du magst, kein Problem. |
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| Autor: | Andre23 [ 29.03.2008, 17:51 ] |
| Betreff des Beitrags: | Re: Bertrand Russell und Fanatismus |
Hier noch eins von vielen Video-Interviews von "Project Camelot", einer Initiative die aus meiner Sicht ohne ideologisches Lametta einfach Information zu einer alternativen Weltsicht zur Verfügung stellt. Die ersten 15-20 Minuten reichen schon wer sich für die alternative Betrachtung der NASA Missionen interessiert kann gern weitergucken. http://video.google.com/videoplay?docid ... 8100913713 Ich bin selbst mit dem Zusammenstellen einer kleinen Artikelserie beschäftigt um das Gesamtbild in einer möglichst klaren und stringenten Zusammenfassung zu beschreiben. Was ich immer wieder in der Diskussion alternativer Weltsicht feststelle ist weniger die Verwässerung, Unterdrückung oder Lächerlichmachung solcher Information, sowie die immense Desinformation, der sogenannte "Infowar" (Information Warfare)der derzeit tobt - sondern die Angst des komplett einseitig informierten Normalbürgers mit Anschauungen konfrontiert zu werden, die letztlich zum Zusammenbruch bisheriger Wert- und Weltvorstellungen führen würde- was oberflächlich ein psychologisches und auf viel tiefere Ebene das Dilemma eines fixierten Bewusstseins kenntlich macht. Ein solches Aufbrechen unserer Wahrnehmung erzeugt Angst, Verwirrung,Wut, wir sind darauf abgerichtet Angst zu empfinden wenn unsere Wertvorstellungen konfrontiert werden. Denn es sind diese Vor-Stellungen (also emotional wie mental erzeugte Bilder) die uns als Individuen, als soziale Person und Identität zu definieren scheinen - durch mentale und emotionale Strukturen die in unserer Vergangenheit angelegt wurden, durch bildung, traumatische erfahrungen, Autorität, Manipulation, Nachahmung etc. Doch eigentlich sind und bleiben es Projektionen unserer Wahrnehmung die im Moment unsere Erlebens eingefroren wurden und nur als solche real - wir kennen nichts anderes - selbst wenn das bedeutet, dass wir unser gesamtes Leben nur aus diesen Erinnerungs-Zeitkapseln nähren, was bedeutet nicht in Gegenwart zu leben. Statt dessen werden wir mit Spielzeug abgefertigt, zwecks Kompensation. Und , verdammt unserer Welt ist mit Spielzeug zur Ablenkung vollgestopft, oder ? Das folgende Video veranschaulicht diese Fixierung und deren auflösung auf ganz simple, unesoterische Weise : (sry beides Englisch, ich finde einfach nicht soviel deutschsprechiges Material>>> mehr wenn ich den Artikel zum Gesamtbild endlich fertigbekommen http://video.google.com/videoplay?docid ... 2771620276 Achso, Elegolo, ich muss wohl nicht extra weiter erläutern, dass und wie dieser ganze Komplex mit der Einflussnahme im Alltagserleben durch die sogenannten "Flieger" oder "Schatten" in Verbindung steht. Informiert euch selbst abseits des Mainstreams- es gibt viel zu entdecken |
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