Was aber nicht davon ablenkt, dass diese Seiten dazu da sind seine Sachen mit anderen zu teilen (oder sich ihnen aufzudrängen

). Zumindest bei Youtube geht es nicht (nicht nur und auch nicht vorrangig) um Selbstdarstellung.
Apropos "meins": In der FR von gestern folgender Kolumne.
"Schmerzensgeld" von Christian Schlüter, FR 26.06.08 Nr.147 S.25
Die Wissenschaft gibt immer wieder zu denken. Zum Beispiel hat sie beobachtet, dass es den meisten Menschen schwer fällt, sich von dem zu trennen, was sie als ihren Besitz wissen, selbst dann, wenn sie ihn gar nicht mehr brauchen; allein die Tatsache, ein Gut zu besitzen steigerrt dessen Wert und damit auch den Widerwillen, es herzugeben oder mit anderen zu teilen. Dieses Endownment-Effekt genannte Verhaltensmuster ist insbeondere den Wirtschaftswissenschaftlern seit längerem vertraut, etwa um zu ergklären, waurm in Verhandlungssituationen die Bereitschaft zu verkaufen geringer ausfällt und mithin zu Preisforderungen führt, die weit über dem Wert der zu verkaufenden Ware liegen.
Die Ware erweist sich insofern nicht als ein an sich bedeutungsloses oder wertfreies Zirkulationsobjekt in der Tauschsphäre des Marktes, sondern als ein affektiv belandener Sachverhalt, der eben jene wissenschaftliche Disziplin, die sich mit ihren idealtypischen Abstraktrionen seiner anzunehmen berufen ist - der also die Ökonomie vor allem in ihren spieltheoretischen Idealisierungen immerzu Lügen straft. Nehmen wir doch die gleichfalls durch den Endowment-Effekt zu erklärende Weigerung hinzu, den für eine Ware angemessenen Preis zu zahlen, dann müssen wir geradezu von einem Wunder sprechen, dass es überhaupt Handel gibt.
Was wir nicht besitzen, erscheint von geringerem Wert. Selbst der Neid, die von der Ölonomie unablässig beschworene Wertschöpfungsressource, vermag da nicht mehr auszuhelfen. Denn wie nun ein Team um den Psychologen Brian Knutson an der Standford University mit Hilfe der Magnetresonanztomografie herausgefunden hat, sind vornehmlich jene Hirnregionen für den Endowment-Effekt verantwortlich, die mit der emotionalen Bewertung von Schmerzen befasst sind: Etwas herzugeben tut stehts weh, es zu behalten dagegen immer gut...
In unserer Affekt-Ökonomie erweist sich der Verkaufspreis als Schmerzensgeld. Doch tun sich hier noch ganz andere Abgründe auf, Familien- und Biopolitiker aufgepasst: Halten wir unseren Ehepartnern und, womöglich, unseren Kindern die Treue, weil wir sie lieben, oder lieben wir sie nur deswegen, weil wir sie qua Ehe in unserem Besitz glauben?
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Jeder hats geahnt, gewusst, vorhergesagt: Besitz und Raffgier, ganz niedere Instinkte des Menschen die schon so manchen Menschheitstraum im Weg stand und steht.
Stimmt ja auch, ich bin auch so.