Sry, Dominik, ich war einfach so frech (was ich ja auch im Nebensatz andeutete) mal ausserhalb des Bezugsrahmens zu interpretieren was in deiner Aussage so mitschwimmt - mir ist schon klar (sonst wärst du wohl nicht hier um deine Perspektive zu posten), dass
wir da im Grunde nicht weit auseinanderliegen bzw. miteinander sympathisieren.
Das Wort "Mindset" habe ich bewusst gewählt um jenen in uns konditionierten Faktor der Willens und Bewusstseinsbildung zu kennzeichnen den ich hier mal einfach als "automatisierte Fernsteuerung" bezeichne , eben jenen Komplex der durch Sozialisation, kollektive Erfahrungswerte, gesellschaftliche Regeln, nationale wie kulturelle Werte oder Besonderheiten geprägt wird, die ein bestimmtes individuelles wie gesellschaftliches/nationales/internationales Selbstbild schaffen .
Dieses Bild erzeugt eine klar definierte "Realität" die sich nur dadurch aufrechterhält, dass ausserhalb der umrissenen "Spiel- und Denkregeln" keine brauchbaren Optionen u. Ansätze existieren können, da diese die so vermeintlich klar definierte Ordnung und Struktur aushebeln würden und somit den vorprogrammierten Keislauf eines sich selbst bestätigenden, perpetuierenden, deterministischen Weltbilds( =Ich bin so und so, die Welt ist so und so, die Amis sind so und so, Faschisten sind so und so, Das A-Amt ist so und so, deutsche Ingenieurskunst ist so und so , Atomkraft ist ....WEIL das und das so und so ist etc. pp - das bezeichne ich als Human Factor) ad absurdum führen würde (sry wieder ein langer Satz

).
Einfacher ausgedrückt: Ich hab' einfach Dein Tucholsky Zitat wörtlich genommen.
"Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein."
Nicht als Prinzip beleidigten "Ich bin gegen alles, weil ich mich von Staat und Gesellschaft beschissen fühle" sondern als Ausdruck wacher Bereitschaft sich selbst zu erlauben ab und zu auf das haltlose (eben auch eigene) Geplapper des Mindsets zu achten, dass sich so bedrohlich verselbstständigt hat -schön zu beobachten in dem von Uwe geposteten Beitrag über Lobbyisten oder hinsichtlich der hilflos dahingelogenen Rechtfertigungen der Tschernobyl-Sarkophag-Betreiber wie auch im Heile-Welt-Frühstücksmagarine-Werbespot oder Sensationsberichten a la : "Die 10 geilsten und modernsten Panzer (o. stellv.:Atomkraftwerke) der Welt").
Nimms nich ' persönlich

Vor ein paar Jahren noch hätte ich dir wohl sogar uneingeschränkt zugestimmt, dass in Deutschland bzw. meinetwegen auch Europa bestimmte Dinge (noch) nicht möglich sein (können/dürfen).
Mittlerweile "glaube" ich einfach nicht mehr daran- nicht aus Resignation (ok ich will ehrlich sein: manchmal überfällt mich auch diese

) sondern... (siehe Tucholsky Zitat)....bleibe aber dennoch zuversichtlich.
Ganz abseits von technischen Spezifiktionen oder der Frage wer nun Recht hat.
Dein technisch-wissenschaftliches Verständnis schätze ich sehr.....ich denke es werden in Zukunft jede Menge aufgeklärte und vor allem eigenständig handelnde Ingenieure und Wissenschaftler gebraucht werden um Neues zu schöpfen und auch zu erhalten was noch erhaltenswert scheint.
Es geht mir auch weniger um feststehende "Prinzipien", "Meinungen", "Ansichten" als darum die zugrundeliegende Geisteshaltung zu erforschen und zu hinterfragen.
Eigentlich ist das was ich schreibe meist eine Momentaufnahme innerer Befindlichkeit in Resonanz mit der Interaktion und den Einflüssen durch die "aüssere Welt".