Andre23 hat geschrieben:
Bezeichnend das kaum noch jemand den Mut hat Utopien der Schönheit zu entwerfen, stattdessen überall nur Apokalypsen, perfekt animierte CGI-Gewaltorgien mit Raumschlachten etc.
Die hard, Stirb langsam.....je langsamer desto besser möchte man fast meinen.
Ist echt schwer, weil jeder Traum einer schönen neuen Welt am Menschen selbst zerbricht, der niemals auch nur annähernd in der Lage sein kann, sich einem fiktiven Idealbild auch nur anzunähern.
Warum? Weil wir Spiegel dieser Welt sind wie die Welt auch ein Spiegel von uns ist. Wir sind in dieser Welt und diese Welt ist in uns - so wie sie nun mal ist.
Ich könnte jeden einzelnen Punkt von akis schon sehr schönem Bild sofort konterkarieren.
Ich versuche mal, Mut zur Utopie zu haben.
Erstens müsste mal jeder genug zu essen haben, ein warmes Bett (oder was äquivalentes), Kleidung und massenhaft Wasser, ohne dass er einen Finger dafür krumm machen müsste.
Jeder kann leben, wie er mag, allein, in der Gruppe, zu zwein. Da muss man sich arrangieren. Keine Ahnung, was ist, wenn A mit B nicht kann, B aber unbedingt mit C zusammensein will, der jedoch auf A abfährt und B nicht sehr interessant findet.
Mit dem Besitz wird's noch schwieriger. Gehört allles allen? Jedem das, was er gerne möchte, oder das, was er sich selbst geschaffen hat. Manchmal braucht es aber viele, um eines zustande zu kriegen. Wer baut was? Wird getauscht? Wer bewertet? Gibt es Geld? Ist nicht gleich alles wieder beim Alten?
Bin schon wieder mutlos.

Oder Fantasielos.
Oder einfach unfähig!
Oder einfach ein gebranntes Kind.
Ich war an Ostern auf Medeira, eine überschaubar kleine Insel vulkanischen Ursprungs weit draußen im Atlantik. Erstbesiedelt von Portugiesen zu einer Zeit, wo es wirklich das Ende der Welt war. Primär Selbstversorgung. Alles den steilen Hängen abgerungen, in den bewohnbaren Bereichen sehr mildes Klima das ganze Jahr (ewiger Frühling), wunderbare Natur. Eine abgeschottete Gesellschaft, zusamengehalten von kirchlicher Tradition und Glauben. Regelfrei? Unvorstellbar. Der Mensch kann ohne ein Ordnungs-/Orientierungssystem nicht (über)leben. Das genau ist ja seine Entwicklungsstrategie. Ordnung, Planbarkeit, Verlässlichkeit, Regeln/Absprachen. Nur so sind Gemeinschaftsleistungen möglich. Alles andere sind schäumende Träume.
Nichts gegen Träume!